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Mit Adleraugen: Missbehaviours Point Of View

August 30, 2007
von Missbehaviour

Neulich in der zweiten Halbzeit beim Spiel gegen die lahmen Rostocker. Irgendwer erkämpfte sich den Ball, Meilen vor der Mittellinie. Alle anderen Spieler sind hinten noch mit Verteidigen beschäftigt. Der geneigte junge Mann in Stutzen fragt sich… (wahrscheinlich wie so oft im Leben, nun aber leider auch an dieser Stelle): „Oh, was soll ich bloß tun?“
Das ist doch nicht schwer! Ich setze gerade zu einem entschlossenen „LAAAAAUUUFF!“ an, um seine Unentschlossenheit in einen Wahnsinnskonter zu verwandeln – als es doch aus J., der sich sowas übrigens seit geraumer Zeit von mir anhört, herausplatzt: „Also nee, das ist doch n echter Frauenruf, das ist peinlich…“ Aha! Wütend schwenke ich nahtlos zu einem „Du hast sie wohl nicht alle!“ über, während der angefeuerte Spieler immer noch zögert und mittlerweile alle nach vorne gerannt sind, um ihm den Weg zu versperren. Konter Ade.
Ich – eine Frau beim Fußball? Alles nur das nicht. Noch immer quält mich dieser Vorwurf. Das kommt einer Inkompetenzerklärung gleich und erschüttert meinen Glauben an den Mädchenchor in meiner Kurve. Heißt das ich darf auch in Zukunft nicht mehr „LIIINKS!“ oder „REEEEECHTS RAUS!“ brüllen, wenn da mal wieder alles frei ist, es aber niemand sieht? (Ist ja auch viel schwerer aus Spielerperspektive…)
Ich denke ja gar nicht daran. Wenn einer weiß, was man brüllen muss, um Männer zu etwas zu bewegen, dann sind es Frauen. Vielleicht will mann das nicht auch noch in seiner Freizeit unter die Nase gerieben bekommen. Natürlich, das erklärt die Abneigung. Aber da der Fußballer, vor allem auch während des Spiels, nicht oft zu aktiver Denkleistung neigt, hilft ihm der ein oder andere gut platzierte Ratschlag sicher auf die Sprünge.
(An dieser Stelle sollte es jetzt eigentlich einen kleinen Exkurs über Instinktfußballer geben. Die immer alles richtig und vor allem einfach machen. Aber die sind meistens aus Brasilien und das ist weit weg von Frankfurt.)
Doch schlussendlich dämmert es mir, warum „Lauf“ ein Frauenausruf ist. Es passt einfach nicht zu einem Mann. Er würde immer stehen bleiben, den Feind mit (angst)geschwellter Brust erwarten und völlig vergessen, dass er eben noch was ganz anderes wollte. Ich habe begriffen. Und nächste Woche brülle ich „Greif an!“ Das klingt männlicher. Hoffentlich benutzt der Spieler dann auch weiter seine Füße und nicht seine Fäuste…

4 Kommentare

  1. tja, ich weiss auch nicht? Vielleicht hat er auch versucht, das Spiel zu lesen oder so etwas in der Art. Unstreitbar gibt es aber sicher auch in der Kurve die etwas andere, weibliche Sicht auf die Dinge. Genauso unbestritten ist hingegen auch, dass neulich in der zweiten Halbzeit eigentlich alle etwas entschlossener hätten loslaufen können. Kräfte sparen, für die zweite Hälfte demnächst in Bremen?


  2. „Spiel lesen“: wenn ich sowas hör’ werd’ ich algerisch! Ein Spiel ist ein Spiel, da gibt’s nix zu „lesen“. Und wenn ein Dackel eine Konterchance verdaddelt, weil er nicht laufen will, dann ist er allemal ein Analphabet. Es gibt keine „weibliche“ oder „männliche“ Sicht auf dieses Spiel. Höchstens auf den Arsch oder die Beine der Spieler.

    Mein’ ich. :-)


  3. ich bin mir sicher, dass das kräftekonto für die morgige zweite halbzeit zum bersten voll ist. das wird ein feines klimpern bei der auszahlung…

    und ein arsch, der schnell rennt ist mir tatsächlich alle mal lieber, als wenn mich oli kahns draller allerwertester 45 minuten lang verzweifelt anstarrt. rückansichtig kann da eigentlich nur noch der herr wiese mithalten, der sich freundlicherweise obendrein auch noch immer in extra engen zwirn zwängt.


  4. So hab ich werder den Ollivul Kahn noch den Rosa Riesen bisher gesehen. Ich stehe aber auch nicht hinterm Tor, bin ein Mann und goutiere das verlängerte Rückgrat des Mannes nur als Balldeckungsinstrument.



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